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Fragen von Marco, 25.01.2010, 17:20 Uhr:
Hallo Bernd,
ich wählte diese Form des Schreibens, den Gästebucheintrag, um meine Fragen und Gedanken auch für andere Kryson-Fans zugänglich zu machen (der Forumsbeitrag funktionierte zudem nicht!). Vielleicht wird die eine oder andere Frage ja nicht nur mich beschäftigt haben. Wählte ich und andere Fans den E-Mail Kontakt, wobei in den Nachrichten wiederholte Fragen aufkämen, so hättest du zu viel zu tun. Schließlich wollen wir dich nicht davon abhalten, so schnell wie möglich den nächsten Teil zu veröffentlichen.
Mit fast unheimlicher Begeisterung und Leidenschaft habe ich deine drei Kryson-Bände binnen zwei Monaten durchgelesen. Meine Fragen beziehen sich hauptsächlich auf die letzten Handlungen. Damit also eine SPOILER-WARNUNG AN ALLE, DIE DIE KRYSON-BÄNDE NOCH NICHT GELESEN HABEN.
SPOILER WARNUNG JETZT BIS ZUM SCHLUSS!!!
1 Ist dir hier ein kleiner Fehler unterlaufen, Bernd? Im Buch „Die Schlacht am Rayhin“ wird im Kapitel „Nachwehen“ auf S. 503 berichtet, dass Grimmgour das rechte Auge heraushängt. Damit dachte ich, dass die Aasvögel längst dabei waren ihm das Auge weggepickt zu haben. Grimmgour war in meinen Augen ab diesem Zeitpunkt also nur noch Einäugig. Über Band 2 habe ich jedoch das Gefühl bekommen, dass Grimmgour wieder beide Augen besitzt. Auf S. 434 steht, dass sich Grimmgours Augen öffneten, als ihm die Seele aus dem Leibe gelockt wurde. Du schreibst hier deutlich im Plural! Habe ich da vielleicht etwas falsch verstanden? Auch in Band 3 wird meines Wissens von AugeN gesprochen!)
2 Das System mit den zwei Sonnen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich frage einmal nach, ob denn meine Theorie passen könnte:
Blicken wir auf die nördliche Ekliptik Krysons – soweit wir von Nord und Süd bei Kryson sprechen können - dann dreht sich Kryson z.B. im Uhrzeigersinn um die erste Sonne. Diese erste Sonne liefert aufgrund der räumlichen Nähe und der Eigenenergie mehr Energie an Kryson. Dies ist die Sonne, die verdunkelt wurde.
Die zweite Sonne ist vom Typ her vielleicht ein roter Überriese, damit weitaus größer als die erste Sonne, jedoch viel weiter von Kryson entfernt. Außerdem besitzt diese Sonne weniger Eigenenergie, diese ist jedoch ausreichend um eine Dämmerung auf Kryson aufrecht zu erhalten.
Das Sonnensystem mit Kryson (und der ersten Sonne) hat nun eine Eigenrotation und umkreist den roten Überriesen, also die zweite Sonne. Diese Eigenrotation des Sonnensystems ist nun gegen den Uhrzeigersinn gerichtet ist, wodurch ich mir also die entgegengesetzte Umkreislaufbahn der zweiten Sonne erklären kann.
Die Rotationsdauer des Sonnensystems deckt sich mit der Rotationsdauer Krysons um die erste Sonne.
Wird dieses Problem vielleicht noch in einem Folgeband geklärt? Es wurde auch von einer magischen Sonne gesprochen ...?)
3 Kein Wort wurde mehr darüber verloren, was mit Metaha’s Farghlafat-Stab passiert ist, nachdem sie gestorben ist und die Naiki ihr Dorf verlassen hatten! Tritt der Stab noch einmal in Erscheinung, oder ist er mitverbrannt?
4 Auch über das Blutschwert Decayar wurde kein Wort mehr verloren, nachdem sich Quadalkar selbst damit richtete. Hat Yilassa das Schwert zu sich genommen, oder tat dies gar irgendein anderer ehemaliger Bluttrinker?
5 Wird die Muschel Elischas noch einmal eine Rolle spielen, oder diente diese Muschel einzig als leichte Aufmunterung für den Leser, um nicht ganz die Hoffnung zu verlieren, dass es für Elischa doch noch Licht im Leben gibt und bald alles wieder in Ordnung kommt?
6 Werden wir nochmals Baylhard zu Gesicht bekommen?
7 Wie sind eigentlich die Rachuren entstanden? Womöglich habe ich irgendetwas überlesen? Oder werden wir über dieses Volk in einem späteren Band noch näher aufgeklärt? Einzig bekannt ist meines Wissens, dass Rajuru eine der ersten Rachuren war.
8 In Band 1 wurde geschrieben, dass sich zwar Rachuren vermehren/ fortpflanzen können, aber die Chimären nicht. (Leider habe ich die Stelle, wo dies erwähnt wird nicht mehr gefunden.)
Wie kommt es dann dazu, dass es solch Chimären gibt, die zu je einem viertel Klan, Rachure, Drachen und irgendetwas sein können?
Wenn die Chimären nicht fruchtbar, sondern nur die Rachuren zeugungsfähig sind und Klanfrauen dazu dienen, Chimären zur Welt zu bringen, dann können doch nur Mischwesen aus Klan und Rachure entstehen! Oder werden in den Brutstätten etwa auch andere Wesen von den Rachuren befruchtet? …….. Iiiihhhhgitt!
Also können entstehen:
Rachure + Wolf --> Wolfschimäre
Rachure + Echse --> Echsenchimäre
Rachure + Fledermaus --> Fledermauschimäre
(Ergibt: Rachure + Klan --> Rachure? Weil die Rachurenerbsubstanz gänzlich dominant ist?)
Um nun die „geviertelte Chimäre“ zu bekommen, müsste man zwei Chimären kreuzen, Aber da Chimären nicht zeugungsfähig sind … ???
Wirst du uns in Band 4 aufklären?
9 Ich wunderte mich sehr über die Hilflosigkeit der Drachen ohne ihren Anführer Haffak Gas Vadar. Die wirkten ein bisschen wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen ohne ihren stolzen, kräftigen Hahn. Dabei verloren die Drachen für mein Empfinden absolut an majestätischem Glanz und an Authentizität. War das so beabsichtigt? Es muss doch mindestens einen weiteren Drachen gegeben haben, der die Rolle ihres Anführers hätte übernehmen können. Schließlich sind auch die anderen Drachen alt und weise, wodurch sie in Sachen Führungsqualität nah an Haffak Gas Vadar herangekommen wären!
10 Madhrab ist ein Nno-bei Maya. Wir wissen noch nichts Genaues über seine Eltern, oder habe ich etwas überlesen? Ich denke, dass die Eltern Nno-bei-Klan sind. Ist Madhrab also ein Waisenkind?
11 Ich suchte vergeblich nach der Stelle, in der erwähnt wird, dass sich Kallya und Malidor in die Nähe eines Vulkans begeben haben. Ich wollte nun wissen, ob es der Vulkan im Rachurengebiet gewesen ist, von dem da die Rede war, oder derjenige, welche auf der Insel Kartak liegt. Die Reise Vargnars deutet auf letzteres hin. (Wo finde ich die Stelle, in der auf den Ort hingewiesen wird, wo sich Kallya und Malidor abgesetzt haben?)
12 Werden Tarrator und der Wanderer noch weitere geheimnisvolle Auftritte haben? Ich habe den Eindruck, dass diese zu Schlüsselfiguren werden könnten.
13 Ich frage mich, wie Goncha am Ende des dritten Teils auf der Bergspitze atmen konnte? Selbst Vargnar hatte Schwierigkeiten und bediente sich eines Hilfsmittels. Habe ich erneut etwas überlesen und Goncha benötigt gar keinen Sauerstoff?
14 Werden wir für Band 4 eine überarbeitet Karte zu sehen bekommen, da ja nun die Bluttrinker nicht mehr existieren? Wird es eine Karte vom Kontinent Fee geben, auf dem die Wächter Hofna und Haisan ihr Unwesen treiben?
15 Gibt es schon einen vorläufigen Arbeitstitel für Band 4?
16 Wie viele Seiten wird Band 4 etwa umfassen und mit wie viel % bist du nun schon fertig?
17 Last but not least: Im Interview mit Nautilus hast du über die Anfänge Krysons berichtet. Kannst du dir vorstellen nach Kryson, deinem Vampirroman, dem „poetischen“ Roman und der Ausführung deiner Kurzgeschichte die Geschichte von Sapius’ Schülern Kaschtan auf Fee auch für deine Kryson-Fans in Form eines weiteren Buches zu erzählen?
Meine Güte! So viele Fragen, die dir die Zeit zum Schreiben „rauben“. Aber dennoch denke ich, dass dir die eine oder andere Frage vielleicht eine Anregung sein kann, weil ich vielleicht doch etwas nicht übersehen habe, sondern dir selbst beim Schreiben etwas durch die Lappen gegangen sein könnte, …. oder?
Ich danke schon einmal im Voraus für deine Antwort und wünsche dir ein gutes und erfolgreiches Vorankommen mit Kryson, auf das du so weitermachst, wie in den ersten drei Bänden – ganz gleich wie lange es bis zur nächsten Veröffentlichung dauern sollte; ich werde warten und mich freuen, wenn es endlich so weit ist!
Gruß aus der Nähe Ulms
Marco
Am 26.01.2010, 00:07 wurde folgende Antwort verfasst:
1. Nein. Das ist kein Fehler. Grimmgour hat zwar in der Schlacht viel verloren, aber nicht sein Auge. Das wollte ich ihm nicht auch noch antun. Es stimmt, dass das eine Auge raus hing. Solange der Sehnerv nicht durchtrennt wurde – was nicht der Fall war – standen die Chancen auf Heilung gut. Das Auge ist wieder drin, der Schaden gerichtet.
2. Ich bin beeindruckt. Dennoch lassen sich die diversen Phänomene auf Kryson irgendwie anders erklären (so habe ich es mir jedenfalls während der Recherche erklären lassen). Stell dir zwei ungefähr gleich große Sonnen in unterschiedlicher Entfernung vor. Die beiden Sonnen umkreisen sich gegenseitig und „Kryson“ rotiert um die eigene Achse und läuft in der Form einer Acht während einer Sonnenwende um die Sonnen. Erst um die eine, dann um die andere. Das soll angeblich in der Theorie funktionieren, habe ich mir sagen lassen. Hand aufs Herz. Ich kann es nicht belegen, fand die Vorstellung aber irgendwie faszinierend. Mir ging es im Wesentlichen um die Bilder. ;-) Man sollte das mal im Modell mit drei Bällen nachstellen.
3. Der Stab ging mit Metahas Ende verloren. Er ist in der Tat in der Siedlung verbrannt, nehme ich an. Obwohl. Das Holz ist recht stabil. Malidor hat seinen eigenen Stab im Land der Tränen errungen und trägt diesen fortan für Kallya, den Lesvaraq des Lichts.
4. Ein besonderes Detail, über das im Buch nichts gesagt wurde. Das Schwert gehört Yilassa. Sie nahm es nach Quadalkars Tod an sich. Und nun trägt es … vielleicht das Gefäß?
5. Nein, die Muschel war ein Trostspender. Ein Licht in der finstersten Nacht. Aber… der Mann, der Elischa die Muschel gab, wird wieder eine Rolle spielen.
6. Natürlich.
7. Stimmt. Sie ist die Gründerin des Volkes. Sie schuf die Rachuren im Namen der Saijkalrae und mit ihnen die Chimären.
8. Eine interessante Frage, die ich mir auch gestellt habe. Des Rätsels Lösung steckt in der Erschaffung von sogenannten Hybriden. Sie entstehen aus der Zucht von Klan und Rachuren. Ein schwieriges Unterfangen, weil nur wenige unter ihnen fruchtbar sind . Darunter befinden sich wiederum nur wenige, die ein Drachenei austragen können. Viele sterben dabei. Die Rachuren selektieren die Brut.
Wenn die Chimären nicht fruchtbar, sondern nur die Rachuren zeugungsfähig sind und Klanfrauen dazu dienen, Chimären zur Welt zu bringen, dann können doch nur Mischwesen aus Klan und Rachure entstehen! Oder werden in den Brutstätten etwa auch andere Wesen von den Rachuren befruchtet? …….. Iiiihhhhgitt!
Aber ja! In den Brutstätten ist die Hölle los. Die Rachuren experimentieren mit so ziemlich jedem Wesen auf Kryson, das ihnen in die Finger kommt. Daraus entstehen die seltsamsten Chimären. Es gibt einige wirklich abscheuliche Kreaturen darunter. Die Idee dahinter, dass sie sich damit gegen die Natur wenden.
Also können entstehen:
Rachure + Wolf --> Wolfschimäre richtig
Rachure + Echse --> Echsenchimäre korrekt
Rachure + Fledermaus --> Fledermauschimäre genau
(Ergibt: Rachure + Klan --> Rachure? Weil die Rachurenerbsubstanz gänzlich dominant ist?)
Es ergibt ebenfalls eine Chimäre oder eine Hybride, die allerdings „humanoid“ aussieht. Sie ähnelt entweder einem Rachuren oder einem Klan oder ist eine Mischung aus beiden. Letztere werden wegen ihrer körperlichen Widerstandsfähigkeit gerne zur Arbeit in den Minen eingesetzt.
Um nun die „geviertelte Chimäre“ zu bekommen, müsste man zwei Chimären kreuzen, Aber da Chimären nicht zeugungsfähig sind … ???
Die Rachuren kreuzen eine zeugungsfähige Hybride mit dem Drachen.
Wirst du uns in Band 4 aufklären?
In Band 4 kommt in der Tat mehr dazu.
9. Alt und weise schon, aber auch schicksalsergeben. Sie wussten, dass ihr Ende nahe ist und ihnen das Drachensterben bevorstand. Sie wollten zurück in ihre alte Heimat. Aber Nalkaar überraschte sie. Sie waren nicht in der Lage, sich gegen den Gesang zu wehren, nachdem ihre Reiter in den Bann geraten waren und drohten, ihre Seele zu verlieren. Haffak Gas Vadar erging es im Grunde nicht besser.
10. Nein, er ist kein Waisenkind. Sein Vater war ein Nno-bei-Maja, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
11. Sie gehen in die Nähe von Tartatuk, dem größten und gefährlichsten aktiven Vulkan auf Ell. Das liegt außerhalb , aber in der Nähe des Rachurengebietes. Genauer gesagt zwischen Rachurengebiet, Grenzlande und dem Fürstentum Otevour. Warte auf den vierten Band. Kartak ist nur Wenigen bekannt.
12. Tarratar ja. Der Wanderer hat seine Funktion vorerst erfüllt.
13. Goncha ist eine Art Echse, aber auch ein zutiefst magisches Geschöpf. Er reduziert seine Körperfunktionen auf ein Minimum, wenn es sein muss. Er ist klein, braucht nur wenig und kann beinahe überall überleben. Außerdem kann er durch den Kontakt mit seinem Schöpfer – einem Felsgeborenen – oder den Felsen genau wie sein Herr überleben und sich mit dem Notwendigsten versorgen. Die Details würden aber den Rahmen des Buches sprengen.
14. Hm… wahrscheinlich nicht. Aber die Anregung ist wirklich gut. Im Grunde müsste die Karte für den 4. Band komplett neu geschrieben werden, weil sich auch bei den Fürstentümern das ein oder andere ändert. Das muss ich wohl mal an den Verlag weitergeben.
15. „Das verlorene Volk“
16. Der geplante Umfang liegt irgendwo zwischen Band 2 und 3. Also 700 bis 800 Seiten. Geschrieben sind derzeit 8 Kapitel. Das dürfte in etwa die Hälfte sein.
17. Kaschta? Weitere "Kryson" Bände nach Band 6? Ich bin noch nicht mal mit Band 4 fertig ;-) Vorstellbar ist Vieles. Vielleicht. Kaschta ist ein sehr reizvoller Charakter. Aber wenn ich die sechs Bände abgeschlossen habe, brauche ich wirklich erst einmal eine „Kryson“ Pause.
Meine Güte! So viele Fragen, die dir die Zeit zum Schreiben „rauben“. Aber dennoch denke ich, dass dir die eine oder andere Frage vielleicht eine Anregung sein kann, weil ich vielleicht doch etwas nicht übersehen habe, sondern dir selbst beim Schreiben etwas durch die Lappen gegangen sein könnte, …. oder?
Ja, das ist wirklich gut. Schöne, schwere und hilfreiche Fragen. In der Tat. Und ich muss gestehen, dass ich mir über das ein oder andere Detail bislang keine großen Gedanken gemacht habe. Insbesondere nicht über den Verbleib von Metahas Stab des Farghlafat oder über das Blutschwert Decayar. Das war für mich mit dem Tod Quadalkars sozusagen erledigt. Aber du hast recht. Irgendwo muss es ja bleiben. Dafür habe ich mir im vierten Band Gedanken über das magische Schwert des Yasek (Calicalar = Sapius Vater) gemacht. Das hättest du dich jetzt auch fragen können. Aber keine Sorge, da kommt etwas dazu.
Ich danke schon einmal im Voraus für deine Antwort und wünsche dir ein gutes und erfolgreiches Vorankommen mit Kryson, auf das du so weitermachst, wie in den ersten drei Bänden – ganz gleich wie lange es bis zur nächsten Veröffentlichung dauern sollte; ich werde warten und mich freuen, wenn es endlich so weit ist!
Vielen Dank. Ich bin auch sehr froh, wenn es endlich fertig ist. Das Cover wird jedenfalls toll!
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